Hier dreht sich alles rund um die wichtigsten Fragestellungen der Hotellerie.
00:00:00: Herzlich willkommen beim Smart Hotel Key Podcast.
00:00:04: Von den besten Lernen, Akzente setzen und in die Umsetzung kommen – Smart Hotel key!
00:00:09: Und du hast immer den richtigen Schlüssel in der Hand.
00:00:14: Hallo und herzlich Willkommen bei smart hotelkey deinem podcast für erfolgreiches Hotel Management.
00:00:20: Mein Name ist Marco Riederer und ich freue mich sehr dass Du auch diese Woche wieder mit dabei bist.
00:00:26: Ja, wir sind mitten im Sommer zwanzig sechsundzwanzig Hochsaison in den Feriendestinationen.
00:00:35: Aber die Gedanken gehen natürlich schon vielerorts Richtung Herbst beziehungsweise sogar schon in Vorbereitung auf der nächste Wintersaison.
00:00:43: aber was passiert zwischen diesen beiden Hauptsaisonen?
00:00:46: Das sind die sogenannten Zwischensaisonen die es ja in Zukunft nicht mehr geben soll.
00:00:54: Es wird ja ganz groß propagiert das Thema Saisonverlängerung.
00:00:57: Das Thema Ganzjahres Tourismus und darüber wollen wir auch heute sprechen, weil kaum ein Begriff prägt die aktuellen Tourismus politischen Diskussionen so stark wie eben das Thema GanzJahres-Tourismus.
00:01:12: Und es hat natürlich auch einen Grund Weil mit der neuen Tourismus Strategie Vision T Die ich vor ein paar Wochen hier im Podcast behandelt habe.
00:01:19: den Link werde ich dazu natürlich im Blog setzen.
00:01:22: Mit dieser Vision hat Österreich das Ziel formuliert den Tourismus stärker über das gesamte Jahr zu entwickeln und somit auch Wertschöpfung gleichmäßig auf alle Jahreszeiten zu verteilen.
00:01:35: Und dahinter stehen natürlich nachvollziehbare Überlegungen, es geht darum saisonale Spitzen abzuflachen.
00:01:41: Es geht darum Arbeitsplätze zu sichern indem ich im ganzen Jahresbeschäftigung geschaffe.
00:01:47: Es geht auch darum die vorhandene Infrastruktur die vielleicht schon vielmals existiert Klammer auf, nicht überall Klammern zu besser zu nutzen und insgesamt natürlich Destinationen resilienter zu machen.
00:02:00: Es geht also längst nicht mehr nur darum möglichst viele Mächtigungen zu erzielen sondern Tourismus so zu gestalten dass Betriebe, Mitarbeiter, Regionen und Gäste gleichermaßen davon profitieren idealerweise eben das ganze Jahr über.
00:02:15: Und diese Stoßrichtung an und für sich halte ich ja grundsätzlich für richtig.
00:02:21: Aber es entsteht und das stört mich ein bisschen.
00:02:23: Auf der Eindruck, ganzes Restourismus sei per se erstrehmenswert und jeder zusätzliche Öffnungstag automatisch ein Erfolg!
00:02:32: Natürlich aus Gästessicht.
00:02:34: wenn ich abseits der Hauptsaison etwas erleben will dann ärgere ich mich wenn nicht alles offen hat.
00:02:40: Dabei sagt aber die Anzahl der Betriebstage allein eben noch nichts über die wirtschaftliche Qualität eines Hotelbetriebs aus.
00:02:47: Die entscheidende Frage lautet nicht, ob ein Hotel ganzjährig geöffnet hat sondern ob es sich diese zusätzlichen Öffnungstage überhaupt leisten kann.
00:02:55: Ob sich diese tatsächlich rechnen?
00:02:58: Mit der Vision T verfolgt Österreich einen deutlich breiteren Ansatz als früher als frühere Tourismusstrategien auch als der Vorgänger Masterplan T in vielen Punkten und Forderungen oder Stoßrichtungen unterscheiden, dass ich nicht.
00:03:13: Aber das ist jetzt schon etwas klarer formuliert.
00:03:16: Es steht nämlich im Mittelpunkt eben nicht mehr ausschließlich die steigende Nichtigungszahl Sondern die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Tourismus Die Lebensqualität in den Regionen Und eben auch eine höhere Wertschöpfung.
00:03:31: Saisonverlängerung und ganzes Tourismus werden dabei als wesentliche Hebel gesehen um diese Ziele zu erreichen.
00:03:38: Gleichzeitig werden natürlich auch Themen wie Fachkräftesicherung, Digitalisierung, Mobilität-, Produktentwicklung oder Nachhaltigkeit bewusst mitgedacht.
00:03:47: Das ist durchaus ein kleiner Perspektivenwechsel weil Tourismus eben dadurch nicht mehr länger isoliert betrachtet wird sondern Teil eines komplexen Gesamtsystems.
00:04:00: und gerade deshalb finde ich es ein bisschen schwierig so plakativ dann immer den ganzen Jahres Tourismus in den Vordergrund zu stellen.
00:04:07: Eine Herausforderung bleibt auf jeden Fall bestehen.
00:04:11: Eine nationale Strategie kann Ziele definieren und Entwicklungen anstoßen, aber ob diese Ziele für den einzelnen Betrieb tatsächlich sinnvoll sind, das entscheidet sich nicht auf dieser strategischen Meta-Ebene sondern in der betriebswirtschaftlichen Realität – und gerade da lohnt es sich eben auch ein bisschen genauer hinzuschauen!
00:04:30: Die Idee eines Ganzeres Tourismus bzw.
00:04:32: einer Saisonverlängerung Ist logisch, oder auf dem ersten Blick kann man dem nichts entgegensetzen.
00:04:38: Wenn ein Hotel länger geöffnet hat können zusätzliche Zimmer verkauft werden mehr Gäste können bewirtet werden und somit können zumindest theoretische höhere Umsätze erzielen.
00:04:49: Und nicht nur theoretisch sondern umsetze kann ich sich auch praktisch höhere Ziegen.
00:04:52: jeder zusätzlicher Gast und sei es noch ein einziger in der Zwischensaison schafft mir mehr Umsatz.
00:04:58: diese Überlegung allein ist aber viel zu kurz gegriffen Denn jeder zusätzliche Öffnungsdach verursacht gleichzeitig auch zusätzlichen Kosten.
00:05:09: Mitarbeiter müssen beschäftigt werden, Zimmer müssen gereinigt werden Wellnessbereiche beheizt werden Gastronomie Bereiche betrieben werden und auch die Marketing-Maßnahmen gehören finanziert.
00:05:18: Zusätzlich kommen natürlich Verwaltung, Einkauf, Organisation etc.
00:05:22: dazu.
00:05:22: Die laufen ja auch weiter mit den zusätzligen Öffnungstagen.
00:05:28: Natürlich Gewisse.
00:05:29: Fixkosten habe ich sowieso immer das ganze Jahr über.
00:05:32: Jeder zusätzliche Öffnungstag schafft mir zusätzlichen Kosten, das ist so und jeder Betrieb kommt natürlich auch noch in Standhaltung oder überproportional hohe Energiekosten dazu.
00:05:46: Und ob daraus tatsächlich ein höherer Gewinn entsteht hängt daher nicht von der Anzahl der Öffnungsdage ab sondern davon ob in dieser Zeit ausreichend Nachfrage vorhanden ist und diese Nachfrage auch zu wirtschaftlich tragfähigen Preisen bedient werden kann.
00:06:01: Und gerade jetzt in wirtschaftlicher herausfordernden Zeiten ist diese Unterscheidung essentiell.
00:06:06: zusätzlicher Umsatz allein verbessert noch keine Ertragslage, viel wichtiger ist die Frage welche Deckungsbeiträge erzielt werden können und ob sich die zusätzlichen Fixkosten und Variablen kosten tatsächlich amortisieren.
00:06:19: Ganz Jahres-Tourismus ist deshalb kein Selbstzweck, sondern kann nur dann erfolgreich sein wenn er zu einer nachhaltigen Steigerung der Wertschöpfung führt.
00:06:27: Und ein weiterer Punkt, der der Diskussion häufig ein bisschen zu wenig berücksichtigt wird sind die sehr unterschiedlichen Voraussetzungen der einzelnen Betriebe und vor allem auch Destinationen.
00:06:38: Ein Wellness-Hotel mit starker regionaler Nachfrage, einem attraktiven Sparangebot und gute Erreichbarkeit verfügt über völlig andere Möglichkeiten als ein klassisches Ski in Ski Out Hotel dessen gesamte Positionierung auf wenige Wintermonate ausgerichtet ist.
00:06:52: Ähnliches gilt natürlich dann für Betriebe in Seeregionen, fokussierte Wanderhotels oder im Betrieb deren Nachfrage überwiegend von gewissen Ferienzeiten abhängt.
00:07:04: Und deshalb halte ich einfach auch wenig von poschalen Forderungen, möglichst viele Betriebe ganzjährig zu öffnen.
00:07:09: Viel interessanter ist vielmehr die Frage welche Betrieben das Potenzialbesitz in ihrer Saison wirtschaftlich sinnvoll zu verlängern und welche mit einer bewusst konzentrierten Saison vielleicht sogar erfolgreicher sein können?
00:07:22: Eine klar definierte Saison mit hoher Auslastung guter Preisqualität und einer effizienten Kostensstruktur kann betriebswirtschaftlich wesentlich attraktiver sein als eine ganzjährige Eröffnung mit schwacher Nachfrage an den Randzeiten.
00:07:34: Die Diskussion sollte sich da weniger an der Anzahl der Öffnungstage orientieren, sondern viel mehr daran wie sich die Wertschöpfung eines Betriebs nachhaltig steigern lässt.
00:07:43: Und das hängt nicht nur von jedem einzelnen Betrieb, sondern auch von der Destination Strategie ab!
00:07:48: Gibt es überhaupt das Umfeld?
00:07:49: Gibt's überhaupt die Infrastruktur?
00:07:50: Gibts überhaupt Möglichkeiten für meine Gäste außerhalb meines Beherbergungsbetriebes in den
00:07:58: Nebensaisonen?!
00:08:01: Wer also über Saisonverlängerung nachdenkt Sollte sich zunächst eine andere Frage stellen, warum sollte ein Gast außerhalb der bisher klassischen Hauptsaison überhaupt kommen zu mir?
00:08:14: Und die Antwort lautet meistens nicht weil das Hotel geöffnet hat.
00:08:18: Gäste reisen wegen eines Erlebnisses, wegen eines besonderen Angebots, wegen des konkreten Reiseanlasses vielleicht wegen einem gewissen Event.
00:08:29: Genau hier liegt die Herausforderung dann auch für Destinationen und Betriebe.
00:08:34: Ganzeres Tourismus gelingt nicht durch längere Öffnungszeiten, sondern durch die Entwicklung neuer Produkte und neue Reiseanlässe.
00:08:42: Und es sind ja in den vergangenen auch zahlreiche Beispiele entstanden, die zeigen wie das gelingen kann.
00:08:48: Gesundheitsangebote, Retreats, Kulinarik, Sportveranstaltungen, regionale Events – all das spricht Zielgruppen an die bewusst mit Unteraussaal der klassischen Hauptsaison reisen.
00:09:00: Im Alpinen Raum zeigt sich auch zunehmend, dass das Sommer natürlich längst nicht mehr ausschliesslich Wanderurlaub bedeutet.
00:09:06: Trail Running Mountain Back, Revelback, Gesundheitsangebote all das schafft zusätzliche Nachfrage und spricht doch neue Gäste-Schichten an.
00:09:16: Also erst wenn ein eigenständiges Produkt vorhanden ist kann daraus auch eine eigenständige Saison entstehen.
00:09:23: Die Öffnung folgt dem Produkt um nicht umgekehrt Und das gehört auch in der Kommunikation ein bisschen mehr in den Vordergrund.
00:09:32: Spannend ist auch und das ist vielleicht doch ein bisschen der Mitanlass warum ich jetzt gerade diese Folge mache, weil wie unterschiedlich sich Saisonverlängerung wirtschaftlich auswirken kann.
00:09:40: Das zeigt auch ein aktueller Beitrag am TP-Blog den Elfride Grempel verfasst hat mit dem Titel Ab wann sich ganze Aristurismus rechnet?
00:09:49: Auch den werde ich natürlich verlinken im Blog Weil darin wird anhand eines Musterbetriebs berechnet unter welchen Voraussetzungen zusätzliche Eröffnungszeiten wirtschaftlicher sinnvoll sein können.
00:10:00: Und das ist ganz spannend, weil hier bereits vergleichsweise niedrige Auslastungen oder bestimmten Rahmenbedingungen ausreichen können damit sich eine Saisonverlängerung rechnet.
00:10:09: Oder eben nicht!
00:10:12: Gleichzeitig wird dadurch aber auch deutlich warum es eben keine allgemein gültige Antwort geben kann.
00:10:17: Jedes Hotel verfügt über eine andere Kostenstruktur ein anderes Preisniveau unterschiedliches Serviceintensität und natürlich ganz individuelle Marktbedingung.
00:10:25: je nach Strategiepositionierung umfällt.
00:10:29: Was für den einen Betrieb funktioniert, kann für den anderen wirtschaftlich völlig ungeeignet sein.
00:10:34: und genau deshalb sollte die Entscheidung für oder gegen eine Saisonverlängerung niemals aus dem Bauch heraus getroffen werden.
00:10:39: Oder weil gerade viel darüber geredet wird sondern immer auf einer fundierten Wirtschaftlichkeitsrechnung passieren.
00:10:46: Also wenn du ein bisschen mehr dazu wissen willst wie sich das auswirken kann welche Hebel da gesetzt werden können dann bitte gerne den TP-Block lesen den ich verlinke.
00:10:58: So sehr!
00:10:59: Die wirtschaftliche Betrachtung auf Betriebsebene im Vordergrund steht so wenig, darf man natürlich bei all dieser Diskussion die Verantwortung der Destinationen und der Tourismuspolitik ausblenden.
00:11:10: Ganzeres Tourismus entsteht nicht allein dadurch dass einzelne Hotels länger geöffnet haben.
00:11:15: Er setzt voraus das ganze Regionen attraktive Angebote entwickeln, die Erreichbarkeit verbessert wird, Fachkräfte auch außerhalb der Hauptsaison beschäftigt werden können und Marketing-Maßnahmen gezielt neue Nachfrage schaffen.
00:11:28: Und gerade deshalb ist die Vision T zwar als strategischer Rahmen wichtig, aber sie allein ist eben kein Allheilmittel.
00:11:36: Saisonverlängerung bedeutet mehr als zusätzliche Dächtigungen – oft erfordert sich natürlich auch Investitionen in Infrastruktur-, Produktentwicklung, Mobilität
00:11:48: etc.,
00:11:48: PP und das alles innerhalb der Destination.
00:11:52: wenn ihr jetzt keinen Riesen Hotel bin der als eigene Destination wahrgenommen wird, dann bin ich auf meine Region angewiesen.
00:12:00: Und erst wenn diese Rahmenbedingungen geschaffen werden können Betriebe ihr wirtschaftliches Potenzial auch tatsächlich ausschöpfen.
00:12:07: Ich bin grundsätzlich überzeugt davon dass ganze Aristotismus für viele Regionen und Betrieber eine große Chance darstellen kann aber ich halte einfach nicht viel davon in als allgemein gültiges Erfolgsmodell zu betrachten.
00:12:22: Nicht jeder Betrieb muss oder kann zwölf Monate im Jahr geöffnet haben und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich sein.
00:12:30: Wie gesagt, ist es viel wichtiger zu schauen ob die zusätzlichen Öffnungs Tage überhaupt auch zur Mehrwertschöpfung führen können.
00:12:38: Und vielleicht sollte man deswegen ein bisschen weniger über ganzes Tourismus per se und häufiger über ganzjährige Wertschöpfe sprechen weil genau darin liegt letztendlich der eigentliche Maßstab für unternehmerischen Erfolg.
00:12:52: Die Anzahl der Öffnungsdage ist keine Kennzahl für wirtschaftliche Stärke und sollte ausgeklammert werden, wenngleich ich natürlich den Sinn davon sehe das auf Miterebene mitzukommunizieren.
00:13:06: Am Ende des Tages ist es entscheidend welchen Ertrag ein Betrieb in dieser Zeit erwirtschaftet und ob es gelingt, Gäste noch außerhalb der klassischen Saison einen überzeugenden Reiseanlass zu bieten.
00:13:17: Und wenn Division T dazu beiträgt diesen Perspektivenwechsel anzustoßen, dann hat sie bereits einen wichtigen Zweck erfüllt.
00:13:27: Die eigentliche Herausforderung beginnt allerdings erst danach und zwar dort wo aus einer guten Strategie ein wirtschaftlich erfolgreiches Geschäftsmodell werden soll.
00:13:36: Und wie schwierig das sein kann?
00:13:39: Das habe ich auch in der Podcastfolge SmartHotel GSHK twohundert achtundsebzig beleuchtet.
00:13:45: bisschen provokant unter dem Titel Mythos ganze Resturismus weil durch die Märzentwicklung es immer schwieriger wird, allein schon hier diesen einen Modert mitzunehmen der klassisch in der Vergangenheit stark war im Winter noch wo Winterdourismus immer bis Ostern gezogen wurde.
00:14:04: Die Entwicklung des Märzes allein zeigt schon dass ganze Aristotorismus per se gar nicht überall aktuell funktionieren kann.
00:14:12: also wenn dich das noch ein bisschen interessiert Vor allem im Mithinblick auf die Winter-Saisonzeiten, dann hör doch gerne auch noch in die Folge zweihundert, achtundsiebzig rein.
00:14:25: Wo ich ein bisschen unter die Lupe genommen hab was der März entlarvt!
00:14:32: Ja das war's für heute.
00:14:34: War mir ein Anliegen bis hin über den Saisonverlängerung des ganzen Jahres Tourismus zu sprechen.
00:14:38: Ich wünsche dir einen schönen Tag und einen erfolgreichen Sommer noch Und freue mich wenn wir uns nächste Woche wieder hören.
00:14:44: In diesem Sinne alles Liebe Tschau Tschau.